Massive Entlassungen im staatlichen Sektor


Kanadas Regierung teilte mit, dass sie das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre anheben wird. Finanzminister Jim Flaherty praesentierte seinen Budgetentwurf fuer das kommende Fiskaljahr, der darauf abzielt, das erste Budgetdefizit des Landes seit Mitte der 1990iger Jahre zu adressieren. Um der Situation Herr zu werden, sehen die Regierungsplaene zudem einen Abbau von rund 20.000 Stellen im oeffentlichen Sektor vor.

Die Budgetplanung der Regierung sieht staatliche Ausgabekuerzungen in einem Gesamtumfang von $5,2 Milliarden vor. Die vorgesehenen Einsparungen warden vor allem das Rentensystem des Landes treffen, da das Pensionsalter von 65 auf 67 Jahre angehoben wird. Ziel der Regierung ist es, die Arbeitszeit der Kanadier zu erhoehen, um in den kommenden Jahren Milliarden von Dollars einzusparen. Laut Flaherty lebten die Kanadier heute laenger und gesuender als jemals zuvor. Darueber hinaus verfuege das Land nicht ueber ausreichend Nachwuchs, um vakante Arbeitsplaetze adaequat wieder zu besetzen.

Aus diesem Grunde muesse das Rentensystem umgebaut werden. Die durch die Regierung angestrebten Aenderungen wuerden vor allem die junge Generation betreffen, die in der Zukunft einem laengeren Arbeitsleben entgegenblicke. Die Budgetplanung sieht Kuerzungen in nahezu allen Bereichen vor, die vom Umwelt- bis zum Verteidigungsministerium reichen. Auch die finanzielle Ausstattung der Canadian Broadcasting Corporation soll drastisch gekuerzt werden.

Im Mai letzten Jahres errang die konservative Regierung in den Nationalwahlen die absolute Mehrheit, so dass die Regierung von Premierminister Stephen Harper keine Ruecksicht auf etwaige Koalitionspartner und die Opposition nehmen muss. Laut Harper sei eine drastische Kehrtwende in Bezug auf die staatlichen Ausgaben notwendig, um die oeffentlichen Finanzen wieder auf das richtige Gleis zu setzen.

Der Ausbruch der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 zwang die damals in einer Minderheitsregierung amtierenden Konservativen zur Verabschiedung von massiven Konjunkturprogrammen, wodurch sich das staatliche Budgetdefizit stark erhoehte. Im laufenden Fiskaljahr, das am 31. Maerz endet, wird das Budgetdefizit auf $24,9 Milliarden geschaetzt. Im Jahr 2012/13 soll sich dieses Defizit auf $21,1 Milliarden reduzieren, um bis 2015/16 auf nur noch $3,4 Milliarden zu sinken, wie die Planungen der Regierung vorsehen. Laut Flaherty sollen die staatlichen Einsparungen in Hoehe von $17,6 Milliarden in den naechsten fuenf Jahren vor allem auf Basis von Kostensenkungen im Buerokratie- und Verwaltungsbereich erzielt werden. In diesem Zuge wird es zu einem Abbau von insgesamt 19.500 Arbeitsplaetzen im oeffentlichen Dienst kommen rund 5% aller staatlichen Mitarbeiter. Darueber hinaus wird es zu einzelnen Steueranhebungen kommen, um die bestehende Finanzluecke zu schliessen.


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Category: ekonomi | Industrie

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