Spanien: Nächstes EU-Land wieder offiziell in der Rezession


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Auch in Spanien ist die Bestätigung offiziell erfolgt: das Land befindet sich in einer Double-dip Rezession, nachdem das BIP im ersten Quartal um 0,3% geschrumpft ist. Auf welche Weise die Madrider Regierung die Vielzahl an wirtschaftlichen Problemen angehen will, bleibt indes vollkommen offen. Bei Licht besehen dürfte die Zuspitzung der Lage im spanischen Bankensektor, die rekordhohe Arbeitslosigkeit und die steigenden Zinsen auf Spaniens Staatsanleihen an den internationalen Bondmärkten letztendlich zu dem allseits gefürchteten Ersuchen um einen Bailout durch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds führen.


Spanien rutscht als nächstes Land in Europa wieder offiziell in die Rezession

Beobachter sind sich einig, dass die heute Morgen durch das Nationale Statistikinstitut publizierten Konjunkturdaten neue Probleme für Spaniens Regierung schaffen werden. Obwohl nicht anders zu erwarten, wird der erneute Rückfall des Landes in eine Rezession für wachsende Befürchtungen in Bezug auf die Zahlungsfähigkeit der spanischen Regierung unter den internationalen Bondinvestoren sorgen.

Die letzten Auktionen neuer Bondemissionen gingen gerade einmal mehr schlecht als recht über die Bühne. Darüber hinaus haben sich die auf spanische Staatsanleihen zu zahlenden Zinsen in den vergangenen Monaten trotz der Interventionen durch die Europäische Zentralbank nicht signifikant reduziert. Wie Spanien im Angesicht weiter sinkender Immobilienpreise, einer sich dadurch fortsetzenden Kreditausfallwelle im Hypotheken- und Bankensektor und einer nationalen Arbeitslosenquote, die die Marke von 24% durchbrochen hat, ohne das Ersuchen um einen Bailout durch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds zu überleben gedenkt, bleibt weiterhin offen.

Das Nationale Statistikinstitut meldete heute Morgen, dass Spaniens Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,3% geschrumpft ist. Da die Wirtschaftsleistung des Landes bereits im vierten Quartal 2011 um 0,3% zurückging, befindet sich auch Spanien nun wieder offiziell in der Rezession. Nachdem auch Irland und Großbritannien in den letzten zwei Wochen bekannt gaben, einen Rückfall in die allseits gefürchtete Double-dip Rezession nicht vermieden haben zu können, wächst die Sorge an den globalen Finanzmärkten vor einer eskalierenden Krise in Europa. Wenn man neben Spanien, Irland und Großbritannien die Wirtschaftsentwicklung in Portugal, Italien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, der Slowakei und Lettland berücksichtigt, befindet sich die Hälfte aller Mitgliedsländer der Europäischen Union wieder in einem großen ökonomischen Schlamassel.

In Spanien trugen vor allem die drastischen Sparkürzungen der Regierung zu der erneuten Schrumpfung des BIPs im ersten Quartal bei. Doch auch die heimische Nachfrage nach Gütern aller Art erlebte einen Einbruch. Diese Entwicklung dürfte im Angesicht einer rekordhohen Arbeitslosigkeit kaum verwundern. Die Madrider Regierung geht in ihren neuesten Schätzungen davon aus, dass Spaniens Wirtschaft im gesamtjahr 2012 um 1,7% schrumpfen wird.


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Category: ekonomi

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