Neuseeland: Arbeitslosenquote steigt auf 6,7%; Teilzeitarbeit auf Rekordhoch


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In Neuseeland ist die nationale Arbeitslosenquote im ersten Quartal auf 6,7% geklettert, nachdem sie im Vorquartal bei 6,4% notierte. Frauen sind von der wachsenden Arbeitslosigkeit weitaus stärker betroffen als Männer. Die Anzahl der Personen, die lediglich einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht, ist in Q1 im Vergleich mit dem Vorquartal um 2,5% gestiegen, woraus ein neues Rekordhoch resultiert. Dies zeigen jüngst publizierte Daten der Nationalen Statistikbehörde von Neuseeland.

Die Rohstoff exportierenden Länder könnten aufgrund Chinas Wachstumsabschwächung unter Druck geraten

Neuseelands Arbeitslosenquote ist im ersten Quartal auf 6,7% gestiegen. Bemerkenswert ist, dass jedoch auch die allgemeine Beschäftigungsquote um insgesamt 18.000 Personen zulegte. Sie verzeichnete einen Anstieg von stets konstanten 63,9% in den Vorquartalen auf 64,2% im ersten Quartal, wie die Nationale Statistikbehörde von Neuseeland in ihrem jüngsten Bericht mitteilte. Die Beschäftigungsquote reflektiert den Anteil an der Gesamtbevölkerung, die sich in Arbeit befindet oder nach einer Tätigkeit Ausschau hält. Von den 18.000 Personen, die sich im Vergleich mit den Vorquartalen statistisch gesehen zur Beschäftigungsquote hinzu addierten, befanden sich 9.000 in Arbeit, während die andere Hälfte als arbeitslos registriert wurde. Bemerkenswert ist, dass die Quote der Beschäftigten in Teilzeitarbeit im ersten Quartal um satte 2,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal zulegte.

Oftmals handelt es sich hierbei um Personen, die nach einer Vollzeitbeschäftigung Ausschau halten, jedoch aufgrund ihrer Qualifikation oder anderen Umstände keine solche Tätigkeit finden. Die für das erste Quartal gemeldeten Zahlen entsprechen damit einem neuen Rekordhoch. Im gleichen Atemzug reduzierte sich die Quote der Personen in einer Vollzeitbeschäftigung leicht um 0,2%. Wie aus den Daten weiter hervorgeht, sind Frauen weitaus stärker durch Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Der zuletzt zu beobachtende Anstieg der Arbeitslosenquoten in Neuseeland und Australien wird an den Finanzmärkten aufmerksam verfolgt, da es sich bislang um zwei Staaten handelte, deren Wirtschaften sich nach dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 recht gut erholten.

Dieser Umstand war hauptsächlich der Tatsache zu verdanken, dass beide Länder zu den Rohstoff exportierenden Staaten gehören, die vor allem von der rasant steigenden Nachfrage nach natürlichen Ressourcen aus China profitierten. Aufgrund der starken Wirtschaftsentwicklung und den durch rekordhohe Rohstoffpreise angefachten Exporteinnahmen avancierten der australische „Loonie“ und der neuseeländische „Kiwi“ in den vergangenen Jahren zu Fluchtwährungen unter den Investoren an den Kapitalmärkten.

Gegenüber dem US-Dollar markierten beide Währungen – wie auch der kanadische Dollar – ein Rekordhoch nach dem anderen. Nachdem sich die Wirtschaft in China merklich abgekühlt hat und in diesem Jahr laut Prognose der kommunistischen Staatsführung nur noch um 7,5% wachsen soll, könnte sich die Situation in Australien und Neuseeland jedoch schon bald ins Gegenteil verkehren. Letztendlich könnte die große Abhängigkeit von Rohstoffexporten – wie bereits im Jahr 2008 zu beobachten – zu einem signifikanten Rückgang der Wirtschaftsleistung in beiden Ländern beitragen. Der neuseeländische Dollar („Kiwi“) hat diese Bedenken bereits zu spüren bekommen, nachdem die Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen zu einem Einbruch an den Devisenmärkten von 0,9% gegenüber dem US-Dollar und 0,7% gegenüber dem japanischen Yen führten.


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Category: Regierung und Banken

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